Touren 2013

Ostertour in Deutschland

Sommertour: Schweden und Finnland

 

Gründonnerstag, Kloster Maria Laach

Eigentlich wollten wir am Mittwochabend starten, jedoch hatten wir soviel Arbeit, dass an ein Packen und Vorbereiten des Womos am Nachmittag nicht zu denken war. Bis 17.00 Uhr sind wir noch voll am arbeiten, danach lade ich die Fahrräder und fülle den Wassertank. Inzwischen ist es 19 Uhr geworden. Wir nehmen nun doch noch einen beruflichen Termin wahr, den wir eigentlich abgesagt hatten und beschließen erst am Donnerstag loszufahren.

Nach dem Frühstück starten wir, in der Mittagszeit erreichen wir unser Ziel, das Kloster Maria Laach. Wir parken auf dem kostenpflichtigen Parkplatz ( 4 Euro Tagesgebühr) und werden vom beflissenen Parkwächter mehrfach eindringlichst darauf hingewiesen und ermahnt ja nicht über Nacht zu bleiben.

Wir besichtigen die Klosterkirche und den Steinlehrpfad, so überbrücken wir die Zeit bis das Klosterinformationszentrum um 14.30 Uhr öffnet. Dieses ist sehr informativ und gut gestaltet, in 2 Kinosälen, die jeweils ca. 50 Besucher fassen würden, läuft ein unterhaltsamer Informationsfilm den wir uns ansehen. Danach fahren wir weiter bis nach Gillenfeld. Unterwegs beginnt es heftig zu schneien (es ist der 28.3.13).

 

 

Gegen 17.00 Uhr erreichen wir den offiziellen und kostenfreien Womostellplatz in Gillenfeld, der jedoch außer einer Parkfläche und einem Bolzplatz nichts bietet. Egal, noch sind die Batterien voll und wir brauchen auch keine VE. Die Kinder greifen sich ihren Ball und spielen auf dem Bolzplatz Fußball.

 

Karfreitag, Schnee, Vulkane, eine Lavabombe und eine Radtour

 

Wir ziehen die Fensterverdunkelungen hoch und schauen in dichtes Schneetreiben, auf Gräsern, Büschen und unseren Fahrrädern liegt Schnee, die Straßen und Wege sind noch frei. Fahrradfahren macht bei dem Wetter eher weniger Spaß. Also beschließen wir in den nahegelegenen Ort Strohn zu fahren und dem dortigen Vulkanmuseum einen Besuch abzustatten. Da es Ostern ist, ist es sogar schon vormittags geöffnet.

 

 Attraktion des Museums ist ein Stück echte Vulkanhöhlenwand, das einige Meter entfernt in einem Steinbruch gefunden, dort zersägt und hier im Museum wieder aufgebaut wurde.

 

 

Für die Kinder weit interessanter ist die "Riechstation" eine Kammer in der es die beim Vulkan vorkommenden Gase (einen Teil davon) zu riechen gibt. Man drückt einen Knopf und aus einer Düse strömt das Gas: Co2, Wasserdampf, Schwefeldioxid und Schwefelwasserstoff. Die Kinder sind begeistert. Die Kassendame des Museums  empfiehlt eine kleine Maar- und Vulkanwanderung zur Lavabombe. Wir starten bei leichtem Schneefall und bitter kaltem Wind. Die Kids bleiben nach einigen 100 Metern am Spielplatz hängen, wir Erwachsenen ziehen weiter. Nach 5 Minuten gelangen wir schon zur Lavabombe.

 

 

Darunter versteht man üblicherweise eine größere Menge Lava, die zusammenhängend aus dem Krater geschleudert wird und bis zu mehreren 100 Metern durch die Luft fliegt. Üblicherweise sind diese "Bomben" in Durchmesser unter 1m groß, diese hier ist an die 3 m groß!

Nach der Theorie der Wissenschaft handelt es sich um einen Gesteinsbrocken, der die Kraterwand herunterrollte und dabei Lava an sich band, ähnlich einem Schneeball. Der Brocken landete wieder im Schlot, wurde erneut herausgespieen, rollte wieder die Kraterwand herab, band weitere Lava an sich, fiel erneut in den Schlot wurde wieder ausgespieen etc. Irgendwann einmal wurde er dann endgültig ausgespuckt.

 

Danach fahren wir zurück nach Gillenfeld, wir wollen den Kinderradweg in Richtung Daun fahren, inzwischen schneit es nicht mehr, ist aber saukalt. Wir essen zu Mittag und verkleiden uns mit Mützen Schals und Handschuhen. Man könnte meinen, wir gehen zum Skifahren und nicht zum Radfahren!

 

Die Kinder motzen, sie haben keine Lust Fahrrad zu fahren, trotzdem gefällt es ihnen dann eigentlich doch, vor allem die Eiszapfen im Tunnel.

 

Am Abend begeben wir uns auf Stellplatzsuche. Zunächst probieren wir es am Schwimmbad in Mülheim-Kärlich, dort soll es Stellplätze geben. Aber das ist eine Fehlinformation. Also weiter zu den offiziellen Stellplätzen, 2 Stück fahren wir an, bei beiden das gleiche Bild: gefühlte 100erte von festinstallierten Rentnern,  Strom ? Fehlanzeige. Die 7,5 T Clous und noch  größeren Niesmann-Bishop-Schiffe haben sämtliche verfügbaren Stromanschlüsse belegt, für uns nur noch Fehlanzeige. Schade, unsere Batterien hätten sich über etwas Strom gefreut. Also entleere ich in Andernach nur den Toilettentank und wir fahren zurück zum Schwimmbad nach Müllheim-Kärlich. Dort stehen wir am Haus der Jugend und essen zu Abend, später trinken wir bei Michael im Womo Sekt.

 

Karsamstag, Wasser und Wellness

 

Nach dem Wachwerden fahren wir zum nächstgelegenen Aldi, wir haben Glück, einer mit Backautomaten. Wir machen mal wieder Großeinkauf, 15 Brötchen, 6 Bretzeln und noch einiges andere. Dann wird gefrühstückt. Danach gehts zurück zum Schwimmbad. Dort verbringen wir den Tag. Die Kids beschweren sich, es ist laaaaaaaaaaaaaannnnnnnngggggwwwweiiiilig Nur eine Rutsche! Wir Erwachsenen genießen den Saunabereich. Geparkt haben wir wieder am Haus der Jugend. Am Abend räume ich etwas auf, schreibe Reisebericht und nach dem Abendessen sitzen wir bei Michael im Womo und lassen den Abend bei Wein ausklingen.

 

Ostersonntag, Regierungsbunker und Kuschelcampen

 

Heute stehen wir früh auf, dank der Zeitumstellung auf Sommerzeit sogar doppelt früh. Wir wollen am Stellplatz in Andernach entsorgen und Wasser fassen; 90 Liter Frischwasser sind aus dem Tank. Danach wollen wir weiter nach Ahrweiler (Mariental) und dort die erste Führung um 10 Uhr mitmachen.

 

Wir sind deshalb etwas in Eile, da Michael, der mit seinem Womo mit uns fährt und um 14 / 14.30 Uhr bei seiner Tante in Ahrweiler zum Kaffeetrinken sein möchte. Nach der 1,5 stündigen Führung (Eintritt Erwachsene je 8 Euro, Jugendliche ab 12 Jahren 3,5 Euro, darunter frei, Fotografieren 2,50 Euro extra) treten wir aus dem Bunker mal wieder in Schneegrieseln.

Am fazinierensten am Bunker fanden wir die "typische deutsche" Perfektion der Bunkeranlage. erst wird alle perfekt zum Schutzraum ausgebaut, als die Anlage nicht mehr gebraucht wird, perfekt wieder abgerissen. Es wurde sogar die Farbe von den Wänden entfernt, es blieben nur die wenigen Meter der Anlage erhalten (etwa 2%) die heute als Mueseum zu besichtigen sind.

 

 

 

Wir sausen weiter und bekommen in Andernach mit viel Glück noch 2 freie Stellplätze mit Strom ( Gebühr 7 Euro, Strom 1 Euro, Wasser 50 Ct / 70 Liter) Als Fabian die Masse der Womos sieht, die so dicht geparkt sind, macht er den Ausspruch: "OH alles Kuschelcamper hier". Normalerweise sind uns solche Plätze ein Graus und wir fahren diese nur zum Ver- und Entsorgen an, aber die Batterien sind ziemlich leer. Unsere Batterien freuen sich auf den Strom, die letzten Tage mit Dauerheizen, Licht und dem gestrigen Nintendo / IPad laden etc. haben arg am Stromspeicher gesaugt.

Wir essen zu Mittag, das Schneetreiben wird dichter. Wir lassen uns nicht beirren, ich lade die Fahrräder ab, danach verkleiden wir uns wieder mit Mützen, Schals, Handschuhen und dicken Winterjacken. Heike wischt die dicke Streusalzschicht von den Lenkern und Sätteln der Fahrräder, dann geht es los. Wir fahren der Ahr entlang in Richtung Michaels Tante. 5 Kilometer und 20 Minuten später haben wir deren Haus erreicht, Michael biegt ab zu seiner Tante, wir sausen noch ein Stück weiter, Ca, 3 Kilometer später geht der Fahrradweg von Teerbelag in eine Naturfahrspur über, das wird uns zu beschwerlich. Wir drehen um und machen uns auf den ca.  8km langen Rückweg.

Dort angekommen lade ich die Räder wieder auf, die Kinder spielen im Womo, wir Erwachsenen genießen einen Kaffe. Abends spielen die Kinder in unserem Womo, wir sitzen bei Michael bei dem einen oder anderen Glas Wein. In der Nacht fällt bei beiden Wohnmobilen der Strom aus, es sollen angeblich für einen Euro 6 Ampere Strom für 24 Stunden kommen, aber davon sind wir weit entfernt. Unser Ladegerät schafft auf der 12V Seite gerade mal 8 Ampere, den Kühlschrank haben wir gleich auf Gas gelassen. Da es bei beiden Womos so ist, scheint das System zu haben. Ärgerlich ist auch die Grauwasserentsorgung, es gibt keinen Bodeneinlass sondern neben der Stromsäule einen kleinen Rohranschluss mit 6cm Durchmesser gerade einmal 20 cm von der Bretterwand des Müllcontainerhauses entfernt. Wie soll man das benutzen? Eine unglaubliche Fehlkonstruktion, wir nehmen unser Grauwasser eben mit. Enttäuschend bei 7 Euro Stellplatzgebühr. Unseres Erachtens kann man diesen Platz nicht empfehlen.

 

 

Ostermontag, Lavadome, Lavabier und ein Keller 

Wir schlafen lange, der Abend gestern war lang. Marcel war / ist wohl so übermüdet, dass er nach dem Frühstück in Michaels Womo brechen muss.- Sicher für beide kein angenehmer Tagesstart.

Nach dem Frühstück tanken wir noch Wasser (50 Ct für ca. 70 Liter) und brechen auf zum Römerbergwerk in Meurin.

Hier erfahren wir wie schon die alten Römer den Tuffstein im Bergbau abgebaut haben als begehrten Baustoff. Vor dem Museum stehen einige Fördergeräte jüngeren Baujahres (ca. 1955- 1970).

 

Nach den Römern folgte eine lange Pause bis im Mittelalter erneut Tuffstein abgebaut wurde. In den 1950 wurden dann der Bimsstein, der in einer mehrere Meter dicken Schicht über dem Tuffstein lag, abgebaut. Damit wurde quasi der Tagebau am Tuffstein möglich. Durch die schweren Maschinen, die den Bims abbauten, brachen viele der Tuffsteingrubengänge ein und der Bergbau der Römer kam zum Vorschein.

 

Nach der Besichtigung essen wir auf dem Parkaplatz zu Mittag, dann gehts zum Lavadome in Mendig, einem Mitmachmuseum für Kinder. Allerdings sind unsere Kinder so langsam wohl schon etwas zu groß, ihnen sind die Experimente zu banal ("babyhaft") Außerdem sind leider einige defekt.

Wir entlassen sie nach einer Stunde ins Womo, wir Erwachsenen wollen noch in den "Keller". In Mendig wurde über Jahrhunderte im Bergbau die bis zu 30 m mächtige Schicht schwarzer Basaltlava abgebaut. So ist ein riesiges Höhlensystem unter der Stadt entstanden (1,4 QKm groß) Dieses Höhlensystem wir meist mit "Keller" bezeichnet. über 150 Stufen geht es 30m hinab in den Unterwelt, wir stehen in einer großen hohen Halle. Dort erfahren wir das in den Jahren 1830- 1900 sich zahlreiche Brauereien in Mendig ansiedelten, die die kühlen Keller zur Lagerung von Bier nutzten. Mit der Erfindung leistungsstarker Kühlgeräte ab 1910 verschwand diese Nutzung und auch die meisten Brauereien. Heute sind die Keller vielfach ungenutzt, z.T. wurden sie über die Belüftungsschächte mit Müll und Unrat gefüllt. Der Führer will uns animieren, doch im Keller zu heiraten oder dafür Werbung zu machen. Aber in diesem dunklen Loch heiraten? Also da können wir uns wirklich schönere Orte für dieses freudige Ereignis vorstellen!

 

 

Der Führer legt uns eine Besichtigung eines nachgebauten "Förderturmes" nahe, außerdem sollen wir unbedingt eines der "Lava-Biere" probieren.

Beidem kommen wir gerne nach. Zuerst sehen wir uns den Förderturm an, dann trinken wir im Womo zusammen Kaffee. Wir stehen auf dem kostenfreien Stellplatz, der einen Ver- und Entsorgung sowie Stromsäulen bietet. Dieser Platz ist nur ca. 100m vom Lavadome entfernt.

 

Am Abend folgen wir der 2. Empfehlung und genießen im örtlichen Brauhaus (130m vom Stellplatz entfernt) verschiedene Lavabiere und die örtliche Küche. Wir können das Brauhaus und seine Küche uneingeschränkt empfehlen! Es gibt sogar selbstgemachtes Eis, Michael der eine Zeitlang selbst ein Eiscafe hatte, bestätigt uns, dass dieses Eis wirklich allererste Qualität ist.

Ein wunderbarer Abschluss eines schönen Osterurlaubes, denn morgen steht auf unserem Plan nur noch eines: die Heimfahrt.

Am Abend stellen wir fest, dass sich an der Alkovenvorderkante trotz Heizen Kondenswasser gebildet hat. Wir entnehmen die Matratze und die Jungs legen Wand und vorderen Teil des Alkoven trocken. Die Matratze ist zum Glück noch einigermaßen trocken.

 

Osterdienstag, die Heimfahrt

Marc hat aus unerfindlichen Gründen seinen Wecker auf 6.22 Uhr gestellt, als dieser klingelt sind wir wach. Da Marcs Zahnspange verrutscht ist und er sich dadurch am Zahnfleisch verletzte, ist die Nacht somit zu Ende. Da dies gleichermaßen auf unsere Vorräte zutrifft, suche ich im Navi die Aldi Pois und wir fahren den nächstgelegenen Aldimarkt an. Nach dem Einkaufen können wir sogar  mit frischen Brötchen frühstücken. Die Heimfahrt verläuft unspektakulär, einzig die Spannrolle (?) unseres Keilriemens heult noch lauter als auf der Herfahrt. Da wird mal wieder eine Investition in eine Reparatur fällig, die Spannrollen überleben die Standzeiten und das Streusalz im Winter immer nur eine begrenzte Zeit, es sind in 10 Jahren nun schon die 4. die fällig werden, ärgerlich, weil teuer.

In der Mittagszeit erreichen wir ohne größere Staus Stutensee und der Alltag hat uns sofort wieder.

 

 

Sommertour Finnland

 

Mittwoch, 31.07.2013, es geht endlich los!

Wir machen mal wieder den üblichen Spagat zwischen Arbeit und Urlaubsvorbereitungen sowie der Kinderbetreuung. Um 17.30 Uhr ist endlich alles erledigt, wir starten mit 4,2t in Urlaub. Hoffentlich hält unser Auto durch, es macht seit diesem Frühjahr sonderbare Geräusche, ich befürchte einen defekten hydraulischen Kettenspanner, aber die Werkstatt kann / will (?) nichts finden. Um 2.30 Uhr erreichen wir Travemünde und fallen todmüde für knappe 5 Stunden in einen kurzen Schlaf. Gegen 3 Uhr kommt Familie Kleiner neben uns auf den Parkplatz gefahren.

Donnerstag, 1.8.2013, es geht aufs Boot

Ab 9 Uhr kann man am Hafen einchecken, was wir auch gleich tun. Unmittelbar vor uns in der Schlange steht Klaus mit seinem Wohnmobil!

Gegen 10 Uhr sind wir auf dem Boot und richten uns in der Nähe des Shops ein.

Die Zeit vergeht mit Spielen, Lesen und Gesprächen und gegen 18 Uhr verlassen wir das Boot. Wir fahren noch die ca. 90 km nach Rydebäck, dort gibt es Abendessen. Abends schaffen wir es mit vereinten Kräften unsere Internet-Sticks mit neuem Guthaben aufzuladen, nun haben wir wieder Internet. Später spielen wir Fussball zusammen mit Christian, gegen 22 Uhr fallen wir müde ins Bett.

Freitag, 2.8.13, Kaiserwetter, Baden, Bootfahren und Grillen

Nach dem Wachwerden fahren wir bis auf Höhe Växjö, unterwegs tanken wir Diesel und Wasser. Klaus erwirbt im Baumarkt einen 1/2 Zoll Adapter zum Wasser tanken an den Tankstellen, wir ein Paar fester Schuhe für Marc. Am späten Nachmittag kommen wir am Stellplatz an. Es ist Traumwetter, strahlender Sonnenschein und 30 Grad C. Alle wollen Baden im See, der auf einmal gar nicht so kühl scheint. Danach paddeln Birgit und die Jungs mit unseren Paddelbooten.

Beim Abladen bricht eine der Nieten des Abstandshalters der Leiter. Provisorisch und mit viel Mühe drehe ich eine Schraube ersatzweise statt der Niete ein. Nach dem Paddeln wirft Klaus seinen Grill an und wir schwelgen in selbst gerillten Würstchen und Steaks. Es wird nach 23 Uhr bis wir ins Bett kommen. So kann das Wetter bleiben!!

 

Samstag, 3.8.13, Traumwetter und weiter Richtung Fähre

Heute soll es weiter Richtung Stockholm gehen, wir verabreden als Treffpunkt einen Stellplatz vom letzten Jahr und es geht getrennt voneinander los. Wir starten als Erste, Klaus folgt, er möchte nochmal in Vimerby bei "Michels Haus" vorbei schauen. Christian muss erst noch seinen Frühsport beenden.

Tagsüber sind es auf der Strecke 31 Grad C, das ist uns schon fast zu warm. Gegen 17.30 Uhr treffen wir als erste auf dem Stellplatz ein, Christian rund 1 Stunde später. Auf dem Stellplatz finden sich nach und nach immer mehr Womos aus Deutschland ein, es zeigt sich mal wieder der Segen und der Fluch der "Schulz-Bücher". Alles Käufer der Womo-Reiseführer. Deren geschäftlicher Erfolg bedeutet immer auch über kurz oder lang das Ende für die Stellplätze, wenn die berühmten Teppichklopfstangen kommen. Hier wird es wohl auch nicht mehr lange dauern, wir müssen uns aber an die eigene Nase fassen, wir sind ja auch Kunden und auf grund dieses Buchtipps hier.

Alle freuen sich über das Wiedersehen und der Abend vergeht wie im Fluge

 

Sonntag, 4.8.13 Unfall und defekte Wasserpumpe, Ankunft im Hafen

In der Nacht gewittert es, kühlt aber nicht wirklich ab. Nach dem Frühstück spielen wir am See alle zusammen Kubb und "Länderball". Danach sind alle so verschwitzt, dass ein Bad im See ansteht. Wir essen noch zu Mittag, dann geht es an die ca. 140km bis nach Stockholm. Unterwegs tanken wir mal wieder Diesel und Trinkwasser und kaufen in einem Sonntags geöffneten Supermarkt ein. Es ist sehr warm, draußen bis zu 30 Grad C, innen entsprechend mehr. Ich habe starke Kopfschmerzen und nehme im Laufe des Nachmittags 4 Aspirin. Der Motor des Transit macht auch immer mehr und lautere sonderbare Geräusche, die die ich in Deutschland schon hörte, die Ford-Werkstatt in Stutensee, jedoch nicht.

Gegen 18 Uhr erreichen wir das Fährterminal. Unsere Hoffnung am Hafen übernachten zu können, erfüllt sich nicht, der Hafen ist recht klein und die Fährgesellschaft gestattet das Übernachten nicht. Wir suchen eine Stellplatzalternative und stellen fest, dass alle Parkplätze eine Zeitbegrenzung von 2 Stunden haben. Wir fahren weiter Richtung Zentrum, an der ersten Abbiegung fahren wir jedoch geradeaus und landen im Hafengebiet auf einem Parkplatz, auf dem man 24 Stunden bleiben darf für umgerechnet 10 Euro. Da es schon Sonntagabend ist und wir am Montag um 6 Uhr schon wieder weg fahren, sparen wir uns das Parkticket

Abends in der Nähe des Hafens

Beim Rückwärtsrangieren übersehe ich eine ca. 30cm hohe Leitplanke aus Holz und ditsche die hintere Stossstange an. Obwohl es nur ein ganz langsamer "Bums" ist, bricht das Yoghurtbecherplastik der Stossstange sofort. Na ja, was solls, es ist kein größerer Schaden entstanden, Rücklicht, Womo etc sind heil geblieben, wäre die Stossstange aus etwas besserem Plastik, hätte sie es wahrscheinlich schadlos überstanden. Ich klebe die Risse in der Stossstange mit Klebeband zusammen und hole Stühle und Tische raus, es ist zu heiß um im Auto zu essen. Wie schreibt einer der Womouser im www.wohnmobilforum.de als Signatur: "Die machen Urlaub auf dem Parkplatz."

Kurz drauf kommen Zankers zu uns. Gemeinsam essen alle zu abend, dann kommen die Kleiners. Sie können kein Wasser mehr entnehmen im Womo. Erst dachten wir, es sei der Tank leer bzw. die Anzeige des Tankes defekt. Mit unserem Werkzeug gehen wir auf Fehlersuche, es stellt sich raus, die Tauchpumpe ist defekt. Christian wird in Turku eine neue kaufen müssen- blöd und das bei einem noch nicht einmal 3 Jahre alten Auto!

Kleiners spülen bei uns ab und bekommen von uns Frischwasser. Christian schwingt sich auf sein Fahrrad und erkundet Stockholm. Wir anderen spielen "Werwölfe" und "Phase 10". Gegen 22.30 Uhr fallen alle müde in die  Betten, die Nacht wird kurz, wir müssen um 5 Uhr aufstehen da wir ab 6 Uhr einchecken sollen.

Montag, 5.8.13, lange Fährfahrt

 

Um 4.55 Uhr klingelt gnadenlos das Handy um uns zu wecken. Wir stehen auf und frühstücken. Danach geht es zum Hafen, der ja nur 3 Minuten entfernt  ist. Dort ist schon eine lange Schlange! Wir reihen uns ein, den Gully nutzen wir um das Abwasser los zu werden, die aufgestellten Mülleimer sind auch nützlich. Es sind nur ca 10 Wohnmobile, die auf die Fähre fahren. - Unglaublich, da wir ja schon mit 3 Fahrzeugen anreisen. - Vom Boot kommen aber auch nicht viel mehr, Finnland scheint tatsächlich ein wenig besuchtes Womo-Reiseziel zu sein.

An Bord der finnischen Fähre:

Enttäuscht sind wir davon, dass die Fähre keine Aufenthaltsbereiche für Selbstversorger bietet, es gibt einen Haufen Restaurants, Bars und Shops, aber keine einfachen "freien Sitzbereiche" Wir fragen an der Rezeption, uns wird gesagt, wir dürften in der Bar sitzen,- nur ab 18 Uhr ist hier Programm. Leider beginnen ab 9 Uhr die Soundchecks und es dröhnt die Countrymusic um uns, brr. Ich suche das ganze Boot nach einem anderen Aufenthaltsort ab, Fehlanzeige. Es gibt 3 Restaurants und eine Disco, eine Bar (dort sitzen wir) und eine Pianobar. In allen ist ein Heidenkrach, bei uns startet das "Kinder-Karaoke" in ohrenbetäubender Lautstärke. Für die kleineren Kinder gibt es extra Ohrenschützer, damit sie nicht weinen von dem Krach.- Unglaublich, warum muss Musik immer so laut sein?

 

Der Mummin ist auch da

Auf den Außendecks ist nur die Sonnenseite aushaltbar, die Schattenseite ist zu windig / kalt. Ansonsten Shop an Shop, Restaurant an Restaurant. Echt nicht zum Aushalten: Ich fühle mich wie in Italien und habe nach einer halben Stunde schon Kopfweh von dem Krach. Wir sind alle froh, als wir den Hafen erreichen. Die Stellplatzempfehlung vom "Schulz" entpuppt sich als Reinfall. Die angeblich so langen Parkbuchten direkt in der Stadt am Wasser sind "stinknormale" Parkbuchten mit 4,5m Länge. Ein Passat muss die Schnauze schon auf den Gehweg hängen. Wir suchen also eine Stellplatzalternative und beschließen beim Caravanhändler bei dem Christian eine neue Wasserpumpe kaufen will, zu übernachten. Das Industriegebiet ist eher ein "Gebietchen"´, der Caravanhändler residiert mit seinem Miniladen aber am Ende einer Sackgasse, in die stellen wir uns.

 

Dienstag, 6.8.13, neue Wasserpumpe, Beginn des "Schärenhüpfens"

Um kurz nach 9 Uhr direkt nach der Öffnung des Ladens stehen wir an der Ersatzteiltheke. Die genaue Pumpe hat er nicht, aber eine andere, die leider nicht 1:1 passt. Diese verbinden wir ohne das Rückschlagventil mittels einer Schlauchklemme aus unseren Beständen mit der Schlauchleitung und nach einer 1/2 Stunde Arbeit haben die Kleiners wieder fließend Wasser im Womo. Christian macht seine Witze, unser Wassertank ist fast leer, seiner voll. Liegt natürlich daran, dass sie kein Wasser entnehmen konnten und Geschirrspülen etc bei uns mussten.

 

Warten auf die Fähre

Danach fahren wir Wasser und Diesel tanken und einkaufen. Schwierig stellt sich mal wieder die Entsorgung des Klotanks dar. Wir finden nichts. Dann geht es auf zur Schärentour, wir fahren über Lumo auf die erste Schäre. Inzwischen ist es bereits später Nachmittag geworden und wir wollen für heute nicht weiter. Der Stellplatz aus dem Schulz vermag nicht zu überzeugen, er ist relativ stark durch Anwohner belegt, außerdem stehen dort die Mülleimer. Also suchen wir eine Alternative. Das stellt sich auf der kleinen Schäre, die gerade einmal 5km lang ist, als schwierig dar. Wir finden einen idyllischen kleinen Bootshafen und richten uns dort ein. Nach ca. 1 Stunde kommt ein älterer Mann auf einem Quad und erklärt uns freundlich aber bestimmt, dass wir hier nicht übernachten dürfen. Wir sehen uns den Fähranleger auf der anderen Inselseite an, evtl. kann man dort stehen? Leider nein, dort gibt es nur die Straße, nicht einmal Parkplätze. Also fahren wir schweren Herzens zurück zum ersten Platz und stellen uns neben die Mülleimer.

 

 

Die Kinder gehen zum nahegelegenen Badeplatz und baden. Leider stellt sich heraus dass im Ufersand Öl oder Teer sind, mühsam reinigen wir die Beine, nun ist uns die Lust aufs Baden vergangen. Schade, das hatten wir nicht erwartet im ansonsten sauberen Skandinavien. Am Abend fahren wir auf Klaus Wunsch an den Fähranleger. Dort sitzen wir zusammen vor den Womos, trinken ein kühles Bier und spielen "Stille Post mit Bildern". In der Nacht gewittert es und es regnet.

Mittwoch, 7.8.13 Schärenhüpfen

Um 4.30 Uhr knallte es laut an der Fähre und wir sitzen senkrecht im Bett. Um 6 Uhr kommt der LKW der die Fähre betankt und kurz drauf der, der das Abwasser von ihr pumpt. Damit sind wir wach. Wir nutzen das Klohaus zum Entsorgen des Toilettentanks. Birgit findet ein freies Wlan und berichtet dass bei uns daheim ein schlimmes Unwetter tobte, es gab Verletzte und Tote und zahlreiche Unwetterschäden. Wir fahren weiter zur nächsten Fähre. Den Tag verbringen wir mit dem Fahren über die kleinen Inselchen und dem Warten auf die jeweilige Anschlussfähre, diese sind kostenlos, nur eine kostet 70 Euro Gebühr, ein stolzer Preis für die ca. 30-minütige Überfahrt.

Trotz des schlechten Wetters (es regneten immer mal wieder) genießen wir die Landschaft. Gegen 16 Uhr fahren wir die letzte Fähre und erreichen wieder Boden, der mit dem Festland verbunden ist. Wir probieren die nächste Schulz Empfehlung, einen Parkplatz am Waldrand. Er bietet nichts aber wenigstens genügend Platz für unsere 3 Womos. Da es wolkenbruchartig regnet, ist es uns erst einmal egal. Die Kinder schauen Gullivers Reisen und lesen. Später am Abend spielen wir zusammen im Womo diverse Spiele.

Donnerstag, 8.8.13, Helsinki

Am Morgen scheint wieder die Sonne und wir brechen auf nach Helsinki , ca. 180km. Unterwegs tanken wir Wasser und Diesel an einer ABC Tankstelle und dort bekomme ich für 40 Euro auch einen Internetstick.

An einem Rastplatz auf der Autobahn finden wir ein Luxusklohaus mit Duschen und allem Komfort. Die Kleiners duschen, alle leeren ihren Klotank und dann geht s weiter. In der Mittagszeit erreichen wir unser Tagesziel. Der Schulz-Platz erweist sich als Niete, ein Riesenparkplatz vor dem Zoo, die Parkplätze eng und viel zu kurz für Womos, außerdem durch PKW voll belegt. Auf der Herfahrt hatten wir aber 500m vornedran einen kleineren Parkplatz gesehen, dort sind noch einige Flächen frei. Dieser ist zwar auf 24 Stunden begrenzt, aber fürs erste reicht uns das ja. Wir parken dort.

 

Inzwischen sind schon wieder 26 Grad C und Sonnenschein pur. Wir fahren mit der Metro in die Stadt (Entfernung ca. 15 Minuten zu Fuß) und sind erstaunt, wie vertraut uns von der Architektur her alles scheint.

Wir machen die Rundfahrt mit der Straßenbahn T3 und fallen den Fahrgästen sofort auf. Wir werden von 2 auf deutsch angesprochen, von einem auf englisch. Sie wollen wissen, wie uns Helsinki gefällt, wir wissen es noch nicht, sind wir doch erst seit ein paar Minuten in der Stadt. Enttäuscht sind sie, als wir berichten, dass wir nur 2 Tage bleiben wollen, ihre Mienen hellen sich aber auf, als sie erfahren, dass wir noch 2 Wochen Rundreise im Land machen.

25 Grad C in Helsinki

Überhaupt haben wir mit den Finnen bisher nur positive Erfahrungen gemacht, sie sind freundlich und höflich, wir fühlen uns willkommen.

Am Abend sitzen wir auf der kleinen Wiese am Parkplatz zum Wasser hin und essen zu Abend. Dieser Stellplatz ist wirklich die bessere Alternative, ist es doch auch 500m näher zur Metrostation als vom anderen Platz. Müde gehen wir gegen 23 Uhr ins Bett, ein Gewitter weckt uns gegen 1 Uhr und ich schließe alle Dachluken. Klaus vergisst einige und so haben sie am nächsten Morgen an einigen Stellen einen nassen Teppich im Womo.

 

Freitag, 9.8.13 Birgit wird verletzt, die Kinder als Nazis beschimpft

Blick vom Olypiastadionsturm auf Helsinki

Ein Gaukler macht Luftsprünge

 

Wir Erwachsenen sitzen noch beim Frühstück, die Kinder spielen schon draußen. Es kommt ein älterer T4 Campingbus gefahren mit einer jungen Familie mit 2 Kinder drin. Die Kinder sind ca. 5 und 7, die Eltern ca. 35 Jahre alt, sie sind ausweislich des Autokennzeichens Holländer.

Die Mutter scheint sich an unseren Kindern zu stören- warum auch immer- sie machen nichts schlimmes, klettern auf und über die Leitplanke die den Parkplatz begrenzt, bzw balancieren darauf und unterhalten sich. Jedenfalls beschimpft sie die Kinder als Nazis und Judenmörder und wenig später rauschen die Holländer wieder ab. Leider erzählen mir die Kinder erst nach deren Abfahrt, dass die so "komisch gewesen seien und was zu ihnen gesagt hätten" sonst hätte ich die Dame zur Rede gestellt. Schon wir Erwachsenen sind mehr als 20 Jahre nach dem Krieg geboren, die Kinder mehr als 50 Jahre! Was sollen diese getan haben? Es steht außer Frage, dass wir Deutschen große Schuld auf uns geladen haben und für die Zukunft besonders sensibel sein müssen, aber genauso steht außer Frage, dass dies unsere Groß- und Urgroßväter waren und wir nichts dafür können. Warum sollen wir uns also beschimpfen lassen?

Man achte auf den Straßennamen!

Wenig später werfen die kleineren Kinder Steine ins Wasser. Theo trifft dabei mit einem größeren Exemplar die Brücke, es prallt ab und trifft Birgit, die sich gerade zu Edda beugt am Kopf. Eine kleine Platzwunde oberhalb der Braue, eine Riesenbeule und Kopfschmerzen sind die Folge.

Ich komme hinzu und untersage Theo und Lars das Steinewerfen. Theo fehlt jedes Verständnis, er ist sich weder der Gefahr noch dem Erfolg seines unabsichtlichen Tuns bewusst. - Nur wenige Zentimeter daneben und er hätte Edda, seine kleine knapp 3 jährige Schwester getroffen und das alles in unmittelbarer Ufernähe.

Heike, Christian, Anna und die kleineren Kinder gehen nochmals in die Stadt. Klaus, Birgit die nun Kopfschmerzen hat, und ich bleiben am Womo. Ich bearbeite eine geschäftliche E- mail, schreibe Reisebericht und skype mit einem Freund in Deutschland.

Samstag, 10.08.13, schöner Stellplatz am See

Wir entsorgen am Klohaus am Zoo und fahren weiter. Unterwegs tanken wir Wasser und Diesel. Leichter Regen setzt ein, gegen Abend erreichen wir den Womo-Stellplatz 319 aus dem Schulz. Ein schöner See mit Stellplätzen direkt am Ufer, das ganze mit Sandstrand / auf Sand, richten uns ein und mit Hilfe diverser Keile gelingt es auch die Womos fast gerade auszurichten.

Am Abend sitzen wir vor Klaus Womo unter der Markise und schauen ins Lagerfeuer.

Nachtrag: Rückblickend kann man sagen, dass dies einer der schönsten Stellplätze war

 

Sonntag, 11.8.13, Lars hat Geburtstag

Heute wird Lars 9 Jahre alt. Wir feiern mit ihm und übergeben unser extra aus Deutschland mitgebrachtes Geschenk, das Spiel "Crazy-Campers", wie passend!

 

Inzwischen ist es 19 Grad C warm und bedeckt, regnet aber nicht mehr. Die Jungs sausen ab und sind über 1 Stunde im See am Baden. Wir schaffen es nicht sie zu überreden aus dem Wasser zu kommen. Birgit badet mit und wäscht sich im See. Christian und Kirstin paddeln mit unseren Booten auf dem See.

Der Vormittag vergeht wie im Fluge, ich schreibe Reisebericht, checke die E-mails und wir Erwachsenen unterhalten uns. Am Nachmittag geht Kleiners das Wasser aus, der Tank ist zwar noch 1/4 voll, aber die neue Pumpe reicht nicht ganz auf den Boden des Tankes. Wir füllen 30 Liter Wasser mit der Gieskanne aus unserem Tank bei Kleiners ein.

Montag, 12.8.13, ein "echter" Stellplatz, Nr. 319 aus dem Schulz

Am Morgen gewittert es und regnet z.T. heftig. Wir fahren nach dem Frühstück weiter, alle brauchen Diesel, Trinkwasser und wollen einkaufen. Die erste Tankstelle, die wir anfahren verlangt 1 Euro für das Wasser, das sehen wir nicht ein und suchen die nächste. Christian tankt in seinen Ducato fast 98 Liter Diesel, Klaus und wir brauchen nur ca halb soviel und das Wasser ist umsonst.

Wir erstehen im Supermarkt zwei kleine Gläser Nutella für sagenhafte 3,91 Euro je Stück für Fabian und einige andere Lebensmittel. Danach geht es weiter zu unserem heutigen Tagesziel, dem offiziellen Stellplatz in Josenkuu.

Unterwegs leeren wir an einem schönen Rastplatz die Toilettentanks, leider regnet es immer mal wieder dabei, sonst könnte man diesen Rastplatz wirklich genießen. Er bietet WC. Mülleimer, Badestelle, überdachte Picknickbereiche, einen Kiosk und eine Bootseinsetzstelle !

Gegen 16.30 Uhr kommen wir am Tagesziel, dem Stellplatz an. Heike und Kirstin probieren sofort nach dem Anmelden ( 17 Euro Pauschalgebühr ohne Strom) die Damensauna aus.

Danach gibt es Abendessen. Das Wetter ist durchwachsen, es regnet immer mal wieder und es sind nur noch 16 Grad C. - Wenn man bedenkt, dass wir vor 3 Tagen noch fast das Doppelte hatten !

Am Abend schreibe ich Reisebericht, die Kinder nutzen eine Regenpause und spielen Federball, Heike ist erneut in die Damensauna (Alle 2 Stunden Damen, alle Stunde Herrensauna).

Leider war die Sauna nicht heiß, nach den Damen kamen keine Herren und deshalb war sie abgestellt.

Ich beantworte eine geschäftliche Email und chatte via Skype mit Michael in Deutschland. Der Wetterbericht im Internet macht leider nicht viel Hoffnung auf Wetterbesserung, die ganze kommende Woche soll es durchwachsen bleiben und immer mal wieder regnen.

Abendstimmung am Stellplatz

 

Dienstag, 13.8.13, auf zum Wildwasser

Wir fahren weiter, bis nach Lieksa, dort zum Fähranleger. Diesen erreichen wir in der Mittagszeit und das Wetter klart wie auf Bestellung auf. Die Kinder entdecken ein Volleyballfeld und stürzen los zum Volleyballspielen. Christian schließt sich an und zerschießt sich selbst versehentlich seine rahmenlose Brille, so ein Pech!

Chris vertäut die Boote

 

Klaus fährt mit Anna los und informiert sich über die örtlichen Wildwassermöglichkeiten. Am Abend teilt er uns via SMS seinen Standort mit und mit einigen Schwierigkeiten (falsche GPS-Daten, Funklöcher, ausfallendes Navi etc.) stoßen wir wieder zu ihm. Der Standort bietet ein Klohaus, Mülleimer und einen Lagerfeuerplatz mit Picknicktisch und Eisengeschirr (Pfannen, Töpfe) um über dem selbst entzündeten Lagerfeuer zu kochen. Außerdem ist in einem Schuppen ein großer Holzvorrat und sogar ein Hackklotz mit Beil! Klaus wird von einem finnischen Angler ein großer Fisch geschenkt, den er Abends auf dem Lagerfeuer grillt. Wir sitzen trotz der erstmals gehäuft auftretenden Schnaken am Feuer zusammen, ehe wir alle müde ins Bett fallen.

Mittwoch, 14.8.13, Klaus, Anna und Christian fahren Wildwasser- Kanu

Nach dem Frühstück fahren Klaus, Anna Christian, Fabian und ich mit Klaus Wohnmobil ca. 20km flussaufwärts. Dort setzen die 3 die Kanus ein und begeben sich auf ihre Wildwasserabfahrt bis zu ihrem Ausstiegspunkt, unserem Stellplatz. Es dauert eine 3/4 Stunde bis alle 3 die Ausrüstung angezogen haben, unglaublich was man da alles braucht und gut dass Christian und Klaus in etwa eine Körpergröße haben, so lässt sich aus Klaus Reservesachen eine Ausrüstung für Christian zusammen stellen. Ein weiteres Kanu hat   Klaus ja auch dabei. Währenddessen gießt es in Strömen. Nachdem die 3 gestartet sind, fahren Fabian und ich das Womo von Klaus wieder zurück zum Stellplatz. Unterwegs ruft Heike an, sie macht sich Sorgen, weil wir so lange weg sind. Als wir am Stellplatz wieder ankommen, ist es schon fast Zeit zum Mittag. Es regnet den ganzen Tag in Strömen und so verbringen wir den Tag im Womo mit Lesen, Spielen und Filmschauen, ich schreibe Reisebericht und checke die mails.

 

Am frühen Abend hört der Regen auf, Marc möchte paddeln. Die Strömung des Flusses ist aber weder ihm noch uns geheuer und so laden wir das Boot lieber nicht ab. Ich schreibe Reisebericht. Birgit spielt zusammen mit Fabian mit Edda draußen. Heute sind wir schon zwei ganze Wochen unterwegs!

Klaus sorgt am späten Abend für ein Lagerfeuer und wir sitzen kurz zusammen, ehe uns heftiger Wind und Regenschauer ins Womo treiben.

Donnerstag, 15.8.13, lange Fahrt, Winterkriegsdenkmal, Panzer und das "stille Volk"

Wir fahren weiter Richtung Norden, zunächst aber tanken wir in Lieksa Diesel und Wasser. Zwischenstopp ist das Winterkriegsdenkmal mit Museum in Suomussalmi.

Wir besichtigen die Kanonen und den Panzer. Das kleine Museum ist uns mit 7,50 Euro je Person zu teuer. Während der Besichtigung regnet es immer mal wieder in heftigen Strömen.

 

Von hier fahren wir ca. 30km weiter zum stillen Volk, einer Kunstinstallation.

Das stille Volk

Wir überlegen, ob wir hier bleiben sollen zum Übernachten, was im Grunde sicher möglich wäre. Unser Reiseführer schreibt von einem tollen Picknickplatz mit Feuerstelle, Toilettenhaus etc. Aber entweder sind die GPS-Daten falsch angegeben, oder es gibt den Platz nicht mehr. Wir suchen weiter nach einem Übernachtungsplatz. Das Problem, das wir haben, ist mal wieder der viel zu kleine Dieseltank des Transit, obwohl wir in Lieksa vollgetankt haben, beträgt unsere Restreichweite nach nun über 300km nur noch ca. 100 - 150 km. Tankstellen waren unterwegs nicht allzu viele bis gar keine. Bis Kuusamo sind es noch rund 80 km. Daher wollen wir keine großen Umwege mehr machen, die Ducatofahrer schütteln ihr Köpfe, Christian kommt mit einem vollen Tank über 1200km, wir max. 500. Wir finden an der Straße 5 einen schönen Rastplatz am Wasser, dort stellen wir uns für heute hin. Der Platz bietet außer der Sicht aufs Wasser einen Mülleimer und Millionen von Schnaken, sonst nicht viel. Wir essen zu Abend und trinken im Auto ein Bier. Dann gehts ins Bett.

 

Freitag, 16.8.13, Klaus hat fast einen Unfall, Zoobesuch

Wir fahren weiter, heute wollen wir bis Ranua und dort den Zoo besuchen. Zuerst aber tanken wir in Kuusamo 60 Liter Diesel und Frischwasser. Dann gehts weiter. Auf der Fahrt stehen immer wieder Rentiere auf der Fahrbahn oder laufen unvermutet auf diese. Einige Male müssen wir scharf bremsen und anhalten, um die Tiere passieren zu lassen. Klaus hat sich in unserem Konvoi weit zurück fallen lassen und ihm rennt eines dieser Tiere so knapp vor den Kühler, dass er nur noch ausweichen kann. Sein Auto kommt ins Schleudern und droht umzukippen. Ein gehöriger Schreck für Familie Zanker!

In der Mittagszeit erreichen wir den Zoo und besichtigen diesen. Den Kindern gefällt neben den Braunbären vor allem der Spielplatz.

Wahnsinn, wie hoch der Bär in nur 20 Sekunden auf den Baum klettert!

Auf dem Zooparkplatz ist das Übernachten verboten, laut "dem Schulz" soll dies auf dem 3,5km entfernten Badeplatz möglich sein. Wir finden den schönen Platz, aber ein Verbotsschild verbietet Wohnmobilen das Parken nach 22 Uhr.- Der Campingplatzbetreiber hat ganze Arbeit geleistet. Wir fahren enttäuscht weiter, 25km zum nächsten Platz des Schulz. Hier finden wir an einem kleinen Fluss eine Feuerstelle, kostenloses Feuerholz und Mülleimer. Wir sind zufrieden für heute. Am Abend schreibe ich Reisebericht, später sitzen wir noch kurz am Lagerfeuer. Auch hier sind Tausende von Stechmücken.

Samstag, 17.08.2013 auf zum Weihnachtsmann, das Womo wird zum Krankenwagen, wir überqueren den Polarkreis

In der Nacht wache ich mit heftigen Bauchschmerzen und Übelkeit auf. Ich versuche zu brechen, kann es aber nicht. Ich habe Fieber und trotz 2 Woll- und einer Daunendecke Schüttelfrost. Am Morgen geht Fabian zur Toilette und erbricht sich kommentarlos. Ich folge und versuche zu brechen- erfolglos. Auch Birgit klagt über Bauchschmerzen , Kopfweh und Übelkeit. Wir bauen ein Bett für Fabian und um 9.30 Uhr setzte ich mich angeschlagen hinters Steuer. Es geht bis Rovaniemi ins Weihnachtsdorf. Der dortige Parkplatz bietet Müllentsorgung und Frischwasser (wenn man eine Zange dabei hat, da der Steckschlüssel defekt ist)

wir überqueren den Polarkreis

Die Poststelle des Weihnachtsmannes

Das Weihnachtsdorf ist hauptsächlich eine Ansammlung von Weihnachtsshops und Restaurants. Fotografieren ist verboten, man soll die Fotosammlung für 39 Euro kaufen. Hauptattraktion ist der Weihnachtsmann mit dem man sich für 35 Euro fotografieren lassen kann. Wir verzichten, haben aber an dieser Stelle deshalb auch keine Fotos zu bieten. Zankers und Kleiners wollen weiter, wir bleiben, ich fühle mich zu schlapp. Wir verabreden uns via SMS morgen zu treffen. Am Abend kommt ein Gewitter mit heftigem Regen auf, uns störts nicht, wir liegen um 20.00 Uhr schon alle in den Betten.

 

Sonntag, 18.08.13, Adieu Finnland!

Wir treffen uns mit Klaus in der Mittagszeit am Grenzfluss, wo er und Anna die Stromschnellen genießen.

 

Für Ducatofahrer wäre diese nasse und weiche Wiese wohl ein Waterloo gewesen...

 

Am Nachmittag fahren wir weiter, nur noch wenige Kilometer trennen uns von der Grenze. Problemlos passieren wir diese und fahren bis ca. Kaalax, dem dortigen Badeplats in Nähe des Flughafens. Dort treffen wir Christian, der hier kiten war. So sind wir am Abend alle wieder vereint. Ich schreibe Reisebericht, checke die mails. Die Kinder gehen baden und spielen Karten im Auto. Es sind 19 Grad, am Abend wird es jedoch schnell kälter.

Fabian macht mit Edda Quatsch

 

Montag, 19.08.13, Kilometerfressen, Sandstrandstellplatz Härnösand

Unser Urlaub neigt sich leider schon wieder dem Ende zu und wir müssen noch mehr als 1.600km bis nach Trelleborg fahren. Also beschließen wir mal ein größeres Stück zu fahren und nehmen uns knapp 500km bis nach Härnösand vor. Den Stellplatz kennen wir von unserer Schwedentour 2009 schon. Unterwegs macht unser Auto wieder sonderbare Geräusche vom Antrieb her, immer wenn der Motor zu arbeiten hat, also beim Beschleunigen, beim Bergauffahren oder beim Fahren mit 90 / 100 km/h. - Hoffentlich hält die Technik durch bis nach Hause! Gegen Abend erreichen wir das Tagesziel, Kleiners sind wieder mal am schnellsten gefahren und ca. 1 Stunde vor uns da.

Alle genießen das schöne Wetter, das 21 Grad C und Sonnenschein bietet. Die Kinder wollen eigentlich baden, zucken aber entsetzt zurück, das Wasser ist sogar ihnen zu kalt. Am Abend beratschlagen wir den weiteren Tourenverlauf. Zankers haben noch ein halbe Woche länger Urlaub als wir und wollen sich daher in Mittelschweden von uns verabschieden. Wir beschließen als morgiges Tagesziel den Stellplatz in Sala, den wir von unserem letztjährigen Schwedenurlaub kennen. Sprungturm, Volleyballfeld und der dortige See sind gute Argumente dafür.

Dienstag, 20.08.13, Traumwetter, Sprungturm und Beachvolleyball

Nach dem Frühstück macht sich ein Teil unserer Kinder, der Zankers und der Kleiners auf zur Kletterwanderung zu den Felsenhöhlen. Ich bleibe am Auto und kümmere mich um unsere Hupe, die auf Grund von Korrosion an den Kontakten stumm bleibt. Nach 5 Minuten tönt sie wieder. Da Tagfahrlicht kann ich leider nicht reparieren, die Glühbirne ist durch und ich habe keine solche mit. Danach noch die Sprudelpatrone gewechselt und das Womo ausgefegt, nun können die anderen kommen und wir weiter fahren. Internet habe ich nicht, mein Stick findet kein Netz.

Gegen 11 Uhr sind alle zurück und wir nehmen die ca. 370km bis zum Stellplatz nach Sala in Angriff. Unterwegs entsorgen wir an der E 4 am Luxusklohaus, an dem es sogar Frischwasser gibt. Mittagessen gibts auf ausdrücklichen Wunsch der Kinder ausnahmsweise bei MC Donalds. Gegen 17 Uhr treffen wir in Sala ein, die Kinder stürmen ins Wasser und springen vom 2m Sprungturm. Christian natürlich vom 5m Plateau. Danach spielen die Kinder zusammen mit Klaus Beachvolleyball. Es ist wunderbares Wetter, fast 25 Grad C und Sonnenschein. Der örtlichen "Bildzeitung" ist das Wetter sogar eine Riesenschlagzeile wert:

 

Abends fahren wir weiter zum Stellplatz, an dem wir vor ca. 3 Wochen schon einmal waren. Wir sitzen ein letztes Mal zusammen am Lagerfeuer und feiern Abschied.

die Besatzung der KKZ-Reisen (Kleiner&Kieckhäfer&Zanker-Reisen)

 

Mittwoch / Donnerstag 21/ 22.08.13, Trennung von den Zankers, der Cirkus kommt

 

Wir nehmen heute 440 km bis nach Rydebäck unter die Räder, traurig trennen wir uns von den Zankers. Diese bleiben noch in Mittelschweden, sie haben noch ein paar Tage länger Urlaub als wir. Am Nachmittag erreichen wir bei strahlendem Sonnenschein und 25 Grad C den Strand. Wir genießen das Wetter und den Strand, obwohl es abends stark abkühlt und taut. In der Nacht kommt der "Australian Super Circus" und parkt seine LKW rund um uns. Am Morgen ab 8 Uhr geht der Aufbau los und wir werden als erstes, - wenn auch freundlich- verjagt. Wir ziehen 100m weiter am Strand, dort stören wir den Aufbau nicht. Trotzdem ist es wohl gut, dass wir von Anfang an planten heute nur den Tag hier zu verbringen und heute abend nach Trelleborg zum kostenlosen Stellplatz zu fahren. Dort sind wir nahe an der Fähre und können am Supermarkt nochmal für die Fähre Lebensmittel kaufen.

 

Freitag / Samstag 22.08.13, wir fahren auf die Fähre, der Urlaub geht zu Ende. / Wir fahren mit 2 Anhängern und mehr als7 Tonnen Gesamtgewicht von der Fähre

Abends erreichen wir den kostenlosen Stellplatz. Wir entsorgen und kaufen im Supermarkt ein. Für 1 Stunde sitzen wir mit Kleiners in unserem Womo zusammen, dann gehts ins Bett.

Um 6.00 Uhr morgens beginnen die ersten Womos zum Hafen aufzubrechen, wir sind auch ohne Wecker rechtzeitig wach. Wir checken ein. Nachdem wir auf der Fähre sind, sichern wir uns den Platz am Shop. Kurz nach uns kommt ein junger Mann, der mir unbekannt ist und setzt sich in unsere Nähe. Nach einiger Zeit spricht er uns an. Die Überraschung ist riesig, es ist Aaron, Michael und Karins jüngerer Sohn. Früher fuhren wir manchmal mit Familie Schönit, seit Jahren klappte es jedoch nicht mehr. Sie waren auch 3 Wochen in Schweden. Unsere Wiedersehensfreude ist groß, die Welt ist ein Dorf.

Die Fahrt vergeht dank der netten Unterhaltung wie im Fluge, als wir auf dem Fährdeck das Womo erreichen hören wir einen Motor erfolglos starten. Es stellt sich heraus, dass es sich um einen ca. 6 Jahre alten C-Klasse Mercedes CDI mit Wohnanhänger handelt. Der ältere Fahrzeugeigner berichtet uns, dass der Wagen Probleme mit dem Anspringen habe, laut der schwedischen Werkstatt sei der Kraftstoffdruck zu gering. Laufe der Wagen aber, fahre er problemlos. Wegen dieser Schwierigkeiten hätten sie den Urlaub abgebrochen und seien vorzeitig zurück nach Deutschland gereist, da die schwedischen Mercedes Werkstätten mit dem Problem überfordert waren. Er habe dem Lademeister der Fähre das Problem berichtet und darum gebeten, sein Gespann so einzuweisen, dass er niemanden blockiert. Der inzwischen hinzu gekommene Lademeister bestätigt das, der Chef habe aber anders entschieden. Nun blockiert der Mercedes 2 Spuren, die gesamte Hälfte des Ladedeckes. Alle dahinter stehenden müssten nun rückwärts vom Boot, auf der anderen Ladeseite herunter fahren. Der Lademeister bringt ein Starthilfegerät, nur das nützt nichts, Strom in der Batterie hat der Mercedes ja. Der Mercedesfahrer bittet den Lademeister, er solle ein Fahrzeug schicken, das ihn abschleppt. - Das sei schwierig meint dieser, im Moment sei nichts verfügbar und die nächste Schicht fange erst in 15 Minuten mit der Arbeit an. Wir verstehen zwar nicht, was er damit meint, eins ist jedenfalls klar, in der allernächsten Zeit kann der Mercedes von der Fährgesellschaft keine Hilfe erwarten.

Die Ehefrau des Mercedesfahres versinkt vor lauter Scham immer tiefer im Beifahrersitz. Da habe ich eine Idee, vor dem Mercedes sind 3 PKW weggefahren. Ich schlage vor den Mercedes samt Hänger von Hand diese 15 m vorzuschieben, dann komme ich knapp an ihm vorbei und ziehe ihn mit dem Transit von Bord. Wir mobilisieren den "Hintermann" des Mercedes-Gespannes zum Helfen, Heike und ich sowie die Beifahrerin schieben mühsam, aber erfolgreich das Gespann vor.

Dann überhole ich dieses und setze mich vor den Mercedes. An unserem Transit ist wie bei praktisch allen Wohnmobilen wegen des verlängerten Fahrgestelles hinten keine Abschleppöse, wie der Mercedesfahrer enttäuscht feststellt. Ich winde das Schleppseil um die Befestigung unseres Sawiko-Radträgers, die wegen der 150kg Tragkraft dieses Trägers recht stabil ist, Problem gelöst. Inzwischen sind alle PKW vom Fahrzeugdeck gefahren, nur wir stehen noch. Los gehts, beim Anfahren muss ich schon deutlich mehr Gas und Kupplung investieren als sonst, aber unsere 4,2t und die ca. 1,5 Tonnen des Mercedes und die knapp 1 Tonne des Wohnanhängers setzen sich in Bewegung. Hoffentlich rauscht mir der Benz bei der steilen Fährrampe (es geht nach kurzer Steigung steil abwärts von der Fähre) nicht ins Heck! Ich schalte die Rückfahrkamera ein um zu sehen, wenn er mir zu nahe kommt. Aber der Mercedesfahrer hält das Seil vorbildlich straff und nach der Rampe im Hafen lässt er die Kupplung kommen und wir schleppen den Benz an, er läuft! Der Beifahrerin ist die Erleichterung ins Gesicht geschrieben, sie berichtet mir, dass sie genau das befürchtet hatte und deswegen die ganze Nacht nicht schlafen konnte. Sie sei ja so dankbar, dass es hilfsbereite Menschen wie uns gibt. Der Fahrer ist wortkarger, er läuft zum Kofferraum und übereicht mir eine Flasche Prosecco. Dann schraubt er seinen Abschlepphaken wieder ab, packt diesen und das Schleppseil in den Kofferraum und verkündet, nun werde er nach hause fahren. Ich ermahne ihn, den Motor nicht mehr abzustellen und dann rauschen die beiden ab.

Auch wir machen uns nun auf den Heimweg. Gegen 1 Uhr nachts übernachten wir auf der Höhe Frankfurt / Main, gegen 11 uhr sind wir wieder in Stutensee. DER TRANSIT HAT DURCHGEHALTEN, welch ein Glück.

Gefahren sind wir rund 6.500 Kilometer, dabei haben wir durchschnittlich 14,8l Diesel je 100km verbrannt, angesichts der Boote auf dem Dach und des Gewichtes ein wohl noch annehmbarer Wert.